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alice_in_nakivale

Kurzer Einstiegstext.

Notizen

  • Punkt 1
  • Punkt 2

FAQ

Q: Worum geht es?
A: 


Politiker in Nakivale – Muppet Show Theater · Kapitel 1

Hinweis: Satire & Beobachtung. Kein Reise‑ oder Rechtsrat. Fokus: Atmen, Wasser, Schlaf, Fragen. KrĂŒmelcode: machen → verstehen → testen → ĂŒberprĂŒfen.

Dramatis Personae

  • Eule – stille Beobachterin, spricht selten, stellt Fragen.
  • KrĂŒmel – Kind mit Notizbuch (Nullfeld‑Scout).
  • Alice – Politikerin auf Besuchsreise.
  • Partnerin – schweizerisch, ruhig, aufmerksam.
  • Fahrer – kennt jeden Schlagloch‑Takt.
  • Chor der KrĂŒmel – Stimmen aus Nakivale (alle Religionen, Farben, Sprachen).
  • Gorilla‑Wind – Klang im Wald, kein Tier auf der BĂŒhne.

BĂŒhne

Ein schlichter Holzrahmen. Links: juckende Wegweiser (“Wasser”, “Schlaf”, “Fragen”). Rechts: eine leere Bank. Hinten: Stoffkulisse „Regenwald der Regenbögen“. Über der BĂŒhne hĂ€ngt eine Leine mit Klammern – daran werden Karten befestigt: Wasser, Schlaf, Sicherheit, Respekt, Fragen.


Szene 1: Grenzluft

(DĂ€mmerung. Ein Ventilator spielt Staub. Eule sitzt auf der Bank. KrĂŒmel zĂ€hlt leise AtemzĂŒge: 4‑4‑6.)

KrĂŒmel (flĂŒstert): Drei Wörter Beobachtung.

(HĂ€lt Notizbuch hoch:)

  • Staub.
  • Stille.
  • Ankunft.

(Alice und Partnerin treten ein. Kein Koffer, nur RucksÀcke. Der Fahrer nickt.)

Fahrer: Willkommen. Acht Stunden Straße. Es gibt Fahrer, aber kein Uber. Hotels? (schĂŒttelt den Kopf) Heute nicht.

Partnerin (blickt zur Leine): Wasser? Schlaf?

Eule (ohne zu werten): Reihenfolge?

Alice (zögert): Wasser. Dann Schlaf. Dann
 Fragen.

(Chor der KrĂŒmel murmelt, unterschiedliche Sprachen, eins wird verstĂ€ndlich: „Erst atmen.“)

KrĂŒmel (schreibt): Atem vor Echo.


Szene 2: Straße nach Nakivale

(Licht bewegt sich wie Sonne durch Wolken. Das Auto „fĂ€hrt“, StĂŒhle schaukeln.)

Fahrer: Acht Stunden sind drei GesprĂ€che: ĂŒber Reifen, ĂŒber Regen, ĂŒber Respekt.

Partnerin (leise): Und ĂŒber Sicherheit?

Fahrer: Die beginnt, wenn niemand spielt, jemand zu sein.

(WindgerĂ€usch. Der Gorilla‑Wind klingt wie ein tiefer Chor, warm, nicht bedrohlich.)

Chor der KrĂŒmel (Sprechgesang, ruhig):

Keine Titel, nur Haltung.
Keine Rollen, nur Menschen.
Keine Vermutungen, nur Fragen.

KrĂŒmel (blĂ€ttert): Frage 1 – „Was fehlt?“

Eule: (zeigt Klammer Wasser). (zeigt Klammer Schlaf.) (zeigt Klammer Respekt.)

Alice (atmet hörbar): Ich habe Antworten mitgebracht. Aber
 ich sehe, dass sie hier nicht passen.

Partnerin (nickt): Dann lassen wir sie am Straßenrand.

(Sie hĂ€ngen eine Karte an die Leine: „Leer werden“.)


Szene 3: „Welcome, Nakivale“

(Ankunft. Keine Hotels, keine Taxis. Ein freier Platz. Kinder improvisieren eine BĂŒhne aus zwei Paletten.)

KrĂŒmel: Willkommen. Habt ihr Schlafplatz, Wasser?

Alice (unsicher): Wir
 dachten


Chor der KrĂŒmel (freundlich): Hier teilt man zuerst. Dann redet man.

(Eule legt zwei Metallbecher hin. Wasser wird gereicht. Alle trinken.)

Partnerin (sieht sich um): Viele Religionen, viele Farben – ein Platz.

Fahrer: Heute tanzen sie. Nicht, weil alles gut ist. Weil sie zusammen sind.

(Ein kurzer Tanz – kein Spektakel, nur geteiltes Timing. Der Gorilla‑Wind summt tief.)

Alice (leise, zur Eule): Was darf ich fragen?

Eule: Eine Frage. Kein Statement.

(Stille. Atem 4‑4‑6.)

Alice (schließlich): Was braucht ihr – heute Nacht?

KrĂŒmel (blickt ins Notizbuch): Drei Dinge in dieser Reihenfolge: 1) Wasser. 2) Schlaf. 3) Dass du morgen noch da bist.

(Die Leine bekommt drei neue Karten: „Wasser“, „Schlaf“, „Morgen“.)


Intermezzo: KrĂŒmelcode an der Leine

(KrĂŒmel klammert ein kleines Blatt.)

KrĂŒmelcode – Diplomatie vor Ort

  1. Atmen (4‑4‑6, x3).
  2. Beobachten (3 Wörter).
  3. Eine Frage, kein Titel.
  4. Beleg spÀter, Hilfe jetzt.
  5. Echo dokumentieren.
  6. Morgen bestÀtigen.
  7. Nichts kaputt machen.

Coda

(Nacht. Ein schwaches Licht. Eule und KrĂŒmel sitzen. Alice und Partnerin liegen auf einfachen Matten. Der Chor der KrĂŒmel verteilt Decken. Der Gorilla‑Wind ist jetzt beinahe ein Wiegenlied.)

Eule (flĂŒsternd): Wer atmet, zĂ€hlt.
KrĂŒmel (antwortet): Und wer zĂ€hlt, teilt.

(Licht aus.)


BĂŒhnenanweisung fĂŒr Folgekapitel

  • Kapitel 2: Wasser holen – die Logistik der NĂ€he (Eimer, Wege, PrioritĂ€ten).
  • Kapitel 3: Fragen stellen – ohne Mikrofon.
  • Kapitel 4: Morgen bestĂ€tigen – Wiederkommen statt Pressefoto.

Alles Gesagte bleibt Beobachtung. Wir vermeiden ErklĂ€rungen ĂŒber Leben, die wir nicht gelebt haben.


Kapitel 2: Wasser holen – die Logistik der NĂ€he

Beobachtung zuerst. Morgenluft. Eiskaltes Wasser aus dem Kanister. Eine Toiletten‑Box statt Dusche. Reihenfolge vor Tempo.

BĂŒhne

MorgendĂ€mmerung. Ein kleiner Verschlag (Toiletten‑Box) aus Holzlatten, daneben ein Eimer, eine SchĂŒssel, ein Kanister (20 l), zwei Metallbecher, ein Tuch. Die Leine hĂ€ngt weiterhin ĂŒber der BĂŒhne; neue Karten: Reihenfolge, HĂ€nde, RĂŒckgabe, Ruhe.

Szene 1 – Aufwachen

(Leises Trommeln wie Wassertropfen. Eule sitzt; KrĂŒmel wischt den Schlaf aus den Augen.)

KrĂŒmel (notiert drei Wörter): Kalt. Metall. Morgen.

Alice (flĂŒstert): Wo ist die Dusche?

KrĂŒmel (zeigt auf Box, Eimer, SchĂŒssel): Heute so. Dusche gibt es nicht.

Partnerin (liest Karten an der Leine): Reihenfolge. HĂ€nde. RĂŒckgabe. Ruhe.

Eule (nickt nur, zĂ€hlt leise Atem 4‑4‑6.)

(KrĂŒmel kippt vorsichtig Wasser aus dem Kanister in die SchĂŒssel. Dampf? Keiner. Es ist kalt.)

Fahrer (ruhig): Gesicht, HĂ€nde, ZĂ€hne – dann die Reihenfolge halten. Ein Becher fĂŒr die nĂ€chste Person.

Chor der KrĂŒmel (sprechen, nicht singen):

Wasser ist Weg. Weg ist Zeit. Zeit ist Respekt.

(Alice und Partnerin waschen sich in Stille. Niemand spielt Wichtigkeit.)

Szene 2 – Der Weg zum Wasser

(Licht wandert. Zwei Kinder tragen einen Kanister zu zweit. Der Boden „scheppert“ leicht.)

Fahrer: Acht Minuten hin, zehn zurĂŒck. Der volle Kanister wiegt mehr als Worte.

Alice: Darf ich
 helfen?

KrĂŒmel: Frag zuerst, wer dran ist.

(Alice fragt. Ein Nicken. Sie tragen gemeinsam. Eule beobachtet.)

Chor der KrĂŒmel (Rhythmus mit Bechern):

Erste Regel: NĂ€he.
Zweite Regel: Reihenfolge.
Dritte Regel: RĂŒckgabe.
Vierte Regel: Ruhe.

KrĂŒmelcode – Wasser (7 Schritte)

  1. Atmen. (4‑4‑6, x3) HĂ€nde still.
  2. Fragen. Wer ist als NĂ€chstes?
  3. FĂŒllen. Nur so viel, wie du brauchst.
  4. HĂ€nde. Waschen vor Mund/Becher.
  5. Teilen. Einen Becher fĂŒr die Person nach dir bereitstellen.
  6. RĂŒckgabe. SchĂŒssel/Becher/Seife an den Platz zurĂŒck.
  7. Echo. Notiere: Zeit, Bedarf, LĂŒcke.

Szene 3 – FrĂŒhstĂŒck

(Zwei kleine Tische: links Avocado + Banane, rechts Heuschrecken mit Knoblauch in einer Pfanne. Ein kurzes „Sizzeln“ aus der Trommel.)

Partnerin (prĂŒfend): Avocado, Banane.

Fahrer (zeigt zur Pfanne): Heuschrecken – Protein. Knoblauch macht sie mutig.

Alice (zögernd, ehrlich): Ich habe das noch nie probiert.

KrĂŒmel (freundlich): Heute ist Frage vor Meinung. Nimm wenig, koste, teile.

(Sie teilen beides. Kleine Teller, keine Fotos. Eule beobachtet die Gesichter, nicht die Teller.)

Chor der KrĂŒmel (leise):

Wir essen, was da ist.
Wir teilen, was reicht.
Wir reden, wenn alle einen Bissen haben.

Requisitenliste (einfach)

  • 1× Holzverschlag (symbolisch) = Toiletten‑Box
  • 1× Kanister (20 l), 1× Eimer, 1× SchĂŒssel
  • 2× Metallbecher, 1× StĂŒck Seife, 1× Tuch
  • 2× kleine Tische, 1× Pfanne, (Papier‑)Avocados/Bananen, (Papier‑)Heuschrecken‑Icon
  • Leine + Karten: Reihenfolge, HĂ€nde, RĂŒckgabe, Ruhe

PublikumsĂŒbung (2 Minuten)

  • Das Publikum stellt sich als „Warteschlange“ auf. Eine Person fĂŒllt Becher → reicht nach links → stellt Becher zurĂŒck → sagt ein einziges Wort: „Danke“. Keine weiteren SĂ€tze. Atem vor Echo.

Coda

(Morgen ist jetzt. Die Sonne ist höher. Auf der Leine erscheinen zwei neue Karten: „Zeit“ und „Leicht tragen heißt gemeinsam“.)

Eule (flĂŒsternd): Wer atmet, zĂ€hlt.

KrĂŒmel (antwortet): Wer teilt, hĂ€lt.

NĂ€chstes Kapitel (Vorschau)

  • Kapitel 3: Fragen stellen – ohne Mikrofon.
  • Kapitel 4: Morgen bestĂ€tigen – Wiederkommen statt Pressefoto.

Kapitel 3: Fragen stellen – ohne Mikrofon (inklusive BĂŒhne)

Eule-Filter: Jede Frage soll fĂŒr alle zugĂ€nglich sein – auch fĂŒr RollstĂŒhle, Autist:innen, Menschen ohne gemeinsame Sprache. Kein Mikrofon, keine BĂŒhnendominanz, nur klare Zeichen.

BĂŒhne & Barrierefreiheit

  • Kreis, nicht Podest. Alle sitzen auf gleicher Höhe. Rollstuhl-Zugang (1 m breite Bahn) sichtbar markiert.
  • Ruhe‑Zelt (seitlich): gedimmtes Licht, 1 Stuhl, 1 Decke, „Sensorik‑Pause“‑Schild.
  • Fragen‑Leine (wie bisher) plus Piktogramm‑Tafel (đŸ–ïž=Ich möchte fragen, 👂=Ich höre, 🔁=Bitte wiederholen, 🛑=Stopp, 🐱=langsamer, ☀/🌙=Licht heller/dunkler).
  • AAC‑Karten (alternativ/unterstĂŒtzte Kommunikation) mit 12 Symbolen: Wasser, Schlaf, Sicherheit, Hilfe, Zeit, Ich, Wir, Wo?, Wie?, Warum?, Ja, Nein.
  • Licht: warm, konstant; keine Stroboskope; LautstĂ€rke < 70 dB.

Szene 1 – „Nakivale Airlines“ (Sicherheitsdurchsage)

(Humor als TĂŒröffner; keine Person wird verspottet. Der Fahrer spricht wie im Flugzeug, hĂ€lt dabei die Piktogramm‑Tafel hoch.)

Fahrer: „Willkommen bei Nakivale Airlines. Bitte schnallen Sie Ihre Herzgurte. Unter Ihrem Sitz: ein Becher Wasser. Im Falle plötzlicher Behauptungen fallen Fragen‑Masken von der Decke – setzen Sie sie sich zuerst selbst auf. Helfen Sie danach der Person neben Ihnen. Rollstuhl‑Vorfahrt hat immer PrioritĂ€t. Lichtsignale folgen der Piktogramm‑Tafel. Vielen Dank, dass Sie eine Frage nach der anderen stellen.“

(Kurzer Applaus; Eule hebt nur einen FlĂŒgel: Ruhe.)

Szene 2 – Die stille Frage

(KrĂŒmel zeigt đŸ–ïž. Alle sehen hin. Keine Zwischenrufe.)

KrĂŒmel (deutlich, langsam): „Was brauchen wir, damit alle heute mitreden können?“

(Chor hebt nacheinander Karten hoch: 🐱, 👂, 🛑, ☀/🌙.)

Eule (fasst stumm zusammen, zeigt vier neue Karten an der Leine): Langsam, Zuhören, Stopp‑Recht, Licht anpassen.

Szene 3 – Der erste Kreis

Regelkreis (max. 8 Personen, 60–90 Sek pro Person):

  1. Ich‑Satz (oder Karte zeigen).
  2. Eine Frage (keine These).
  3. Echo (andere wiederholen in eigenen Worten → „Hab ich richtig verstanden?“).
  4. Eule‑Check (zeigt 🔁 oder 🐱, wenn Wiederholung / langsamer nötig).

Beispiel

  • Rolli‑KrĂŒmel: (zeigt Wo? + Wasser) → „Wo ist heute der kĂŒrzeste Weg zum Kanister?“
  • Antwort‑KrĂŒmel (zeigt Karte Zeit): „10 Min hin, 12 Min zurĂŒck. Rampenweg ist frei.“
  • Eule (zeigt ✔ auf kleiner Karte): weiter.

KrĂŒmelcode – Fragen (inklusiv)

  1. Atem 4‑4‑6 (x3).
  2. Karte zeigen (đŸ–ïž).
  3. Eine Frage, max. 15 Wörter.
  4. Echo‑Check (Ich habe dich so verstanden: 
).
  5. Tempo‑Signal (🐱 oder 🔁, falls nötig).
  6. Stopp‑Recht (🛑 ohne BegrĂŒndung).
  7. Dokumentieren (3 Wörter Beobachtung an der Leine).

Mini‑Übung fĂŒrs Publikum (3 Minuten)

  • In 4er‑Gruppen. Jede Person stellt eine Frage mithilfe einer AAC‑Karte.
  • Gruppe wiederholt als Echo.
  • Eine Person nutzt 🐱 oder 🛑, wenn Tempo/Überforderung.

Coda

(Licht wird etwas wĂ€rmer. Auf der Leine erscheinen Karten: „Alle zĂ€hlen“, „Eine nach der anderen“.)

Eule (leise): Wer fragt, baut Wege.
KrĂŒmel: Wege mit Rampen.


Hinweis: Kapitel 4 skizziert das Morgen‑Versprechen (Wiederkommen statt Pressefoto) inkl. kurzer Checkliste (Wasser, Schlaf, Fragen, Sicherheit, Barrierefreiheit).


Kapitel 4: Morgen bestĂ€tigen – Wiederkommen statt Pressefoto

Leitsatz: *„Morgen“ heißt: da sein, zuhören, mittragen – ohne BĂŒhne, ohne Blitz. Barrierefrei fĂŒr alle.

BĂŒhne

  • Morgen‑Tafel (großer Karton mit Datum/Zeit, Filzstift, AufhĂ€nger an der Leine).
  • Zusage‑Marken: 20 kleine Holz‑/PapierplĂ€ttchen (je 1 Zusage).
  • Rampen‑Pfeil (breit markiert), Sensorik‑Zelt, AAC‑Karten wie Kap. 3.
  • Keine Kamera‑Schild (Piktogramm durchgestrichene Linse).
  • Echo‑Glas (Glas mit 30 Bohnen/Steinen).

Szene 1 – „Keine Fotos, nur FĂŒĂŸe“

(Morgenlicht. Eule hÀngt ein Schild: KEINE FOTOS OHNE FRAGE & ZUSTIMMUNG. Der Chor nickt.)

KrĂŒmel (ruhig): Heute sammeln wir nur Fragen und Wege. Keine Gesichter.

Partnerin (liest Piktogramm): Verstanden.

Alice (leise): Wir sind morgen wieder da.

Eule (zeigt auf die Morgen‑Tafel): Datum? Uhrzeit? Dauer? Langsam sagen.

(Sie schreiben groß und lesbar.)

MORGEN · 08:30–09:15 · Platz beim Wasser

(Eule legt 5 Zusage‑Marken auf die Bank.)

Eule (flĂŒstert): Legt nur so viele Marken hin, wie ihr halten könnt.

(Alice und Partnerin nehmen je 1 Marke. Der Fahrer nimmt 1. Zwei bleiben liegen.)

Barrierefrei‑Check (Karten an die Leine)

  • Rolli‑Bahn frei (✔/✘)
  • Sensorik‑Zelt bereit (✔/✘)
  • AAC‑Karten sichtbar (✔/✘)
  • LautstĂ€rke < 70 dB (✔/✘)
  • Wasser‑Reihenfolge ausgehĂ€ngt (✔/✘)

(Chor hĂ€ngt die fĂŒnf Karten auf. KrĂŒmel hakt mit großem Stift ab.)

Szene 2 – Die Drei Ms (Morgen · Mitbringen · Mitnehmen)

KrĂŒmel: Heute beschließen wir 3 M.

  1. Morgen: 08:30–09:15 – pĂŒnktlich.
  2. Mitbringen: 2 leere Becher, 1 Tuch, Zeit. Keine Geschenke.
  3. Mitnehmen: 1 Frage, 1 Echo, 0 Selfies.

(Der Chor wiederholt jedes „M“ einmal, ohne Eile.)

KrĂŒmelcode – Morgen (7 Punkte)

  1. SchriftgrĂ¶ĂŸe: mind. 5 cm, kontrastreich.
  2. Weg: Pfeile zur Rampe markieren.
  3. Ruhespot: Ruhe‑Zelt zeigt „frei/besetzt“.
  4. Zeit: Start/Ende ansagen + auf Tafel.
  5. Token: Jede Person max. 1 Frage (Karte đŸ–ïž).
  6. Echo‑Glas: FĂŒr jede verstandene Frage 1 Bohne einwerfen.
  7. Beweis: Am Ende 3 Wörter Beobachtung an die Leine.

Szene 3 – Das kleine Versprechen

(Alle stehen im Kreis. Eule hebt den FlĂŒgel; Stille. Nacheinander legen die Zusagenden ihre Marke in eine Schale.)

Alice: „Ich komme morgen um 08:30 Uhr, ohne Kamera, mit zwei Bechern.“

Partnerin: „Ich komme morgen um 08:30 Uhr, bringe Zeit und Ruhe.“

Fahrer: „Ich komme morgen, achte auf Rampe & LautstĂ€rke.“

(Eule nickt. Drei Bohnen fallen ins Echo‑Glas.)

Mini‑Übung fĂŒrs Publikum (2 Minuten)

  • Vier Freiwillige „geben eine Marke“ (laut und langsam).
  • Chor prĂŒft laut die Barrierefrei‑Checkliste (✔/✘).
  • Wenn ein ✘ auftaucht, zeigt jemand 🛑 und nennt genau eine Handlung, um es bis morgen zu lösen.

Dokumentation (ohne Gesichter)

  • Morgen‑Tafel abfotografieren (nur Text/Piktogramme).
  • Leine: 3 Wörter Beobachtung + Uhrzeit.
  • KrĂŒmelLog (falls vorhanden): Zeit, Zusagen‑Anzahl, ✘‑Punkte.

Coda

(Abendlicht. Die Morgen‑Tafel bleibt hĂ€ngen. Der Chor summt sehr leise. Eule deckt die Marken mit einem Tuch zu.)

Eule: Ein Morgen ist ein Weg, kein Foto.
KrĂŒmel: Wege sieht man daran, dass man sie wiedergeht.


Ausblick

  • Kapitel 5: Echo & Beweis – Was von Fragen bleibt (Bohnen zĂ€hlen, LĂŒcken sehen, nĂ€chste Mini‑Mission).

Kapitel 5: Echo & Beweis – Was von Fragen bleibt

Leitsatz: Wir zĂ€hlen nicht Menschen, wir zĂ€hlen Echos. Beweise sind klein, sichtbar, wiederholbar – und barrierefrei.

BĂŒhne

  • Echo‑Glas von gestern + Bohnen/Steine (30–50 Stk.).
  • Tafel oder Packpapier: Spalten Wasser / Schlaf / Fragen / Sicherheit / Zugang.
  • Form‑Marker (farbneutral): ◻, △, ◯, ◆, ● (fĂŒr Menschen mit FarbsehschwĂ€che).
  • Zeitmesser (Sanduhr oder stille Stoppuhr).
  • Mess‑Karten: ⏱ (Zeit), 🔉 (LautstĂ€rke, verbal „leiser/gleich/lauter“), ↕ (Höhenkante Rampe ja/nein), 🚰 (Warteweg in Schritten).

Szene 1 – Bohnen wecken

(Morgenlicht. Chor sitzt im Kreis. Eule berĂŒhrt das Echo‑Glas.)

Eule (sehr leise): Gestern fielen Bohnen fĂŒr verstandene Fragen. ZĂ€hlen wir – langsam.

(KrĂŒmel kippt Bohnen auf ein Tuch. Vier Kinder zĂ€hlen in Zweier‑PĂ€ckchen. Ein Kind ruft leise jede 10.)

KrĂŒmel: Heute 27 Echo‑Bohnen.

(Eule hĂ€ngt die Karte „27 Echos“ an die Leine.)

Szene 2 – Spuren an die Wand

(Die Tafel ist in fĂŒnf Spalten geteilt. Jede Person legt eine Bohne unter eine Spalte – wo ihre Frage gestern gelandet ist.)

Chor (ruhig, nacheinander): Wasser
 Zugang
 Fragen
 Sicherheit
 Schlaf


(Eule zĂ€hlt laut die Spalten‑Summen, zeigt Form‑Marker statt Farben.)

Wasser ◻: 9 · Schlaf △: 2 · Fragen ◯: 7 · Sicherheit ◆: 3 · Zugang ●: 6

KrĂŒmel (notiert drei Wörter): Meiste Bohnen: Wasser. LĂŒcke: Schlaf.

Szene 3 – Mini‑Beweis (10 Minuten‑Mission)

Wir wĂ€hlen genau 1 Maßnahme, die in 10 Minuten machbar ist und zu Wasser oder Zugang passt.

VorschlÀge (stumm per Karte hochhalten)

  • ↕ Rampe prĂŒfen: Kante markieren / Tuch glĂ€tten.
  • ⏱ Weg messen: Schritte vom Platz zum Kanister (Hin & ZurĂŒck).
  • 🚰 Reihenfolge aushĂ€ngen: Piktogramm „Wer nach wem“.
  • 🔉 LautstĂ€rke: Redekreis 2 m weg vom Wasser (leiser).

(Publikum/Gruppe stimmt mit Handzeichen ab. MeistgewÀhlte Karte gewinnt.)

DurchfĂŒhrung (Beispiel: ⏱ Weg messen)

  1. Baseline: Drei Kinder gehen den Weg in normalem Tempo, nennen ihre Schrittzahl.
  2. Änderung: Markiere den breitesten Pfad mit 3 Pfeilen.
  3. Nochmal: Drei andere Kinder gehen – Schrittzahl erneut.
  4. Vergleich: Ist es gleich, mehr oder weniger? (nur Worte, keine Zahlen nötig).

(Eule zeigt ✔ oder 🔁, bis alle es verstanden haben.)

KrĂŒmelcode – Beweis (7 Schritte)

  1. Eine Sache (nur 1 Variable Àndern).
  2. Baseline (vorher beobachten/zÀhlen).
  3. Aktion (in < 10 Min).
  4. Nochmals messen (gleiche Methode).
  5. Vergleichen (gleich / besser / schlechter).
  6. Loggen (3 Wörter + 1 Symbol an der Leine).
  7. Danke (wer geholfen hat, wird genannt – ohne Foto).

Szene 4 – Log ohne Kamera

(KrĂŒmel schreibt groß und kontrastreich.)

LOG 5
Echo‑Summe: 27
Top‑Thema: Wasser ◻ (9)
Mini‑Mission: ⏱ Weg markieren
Ergebnis: gleich / besser / schlechter (ankreuzen)
NĂ€chster Schritt: Eine Pfeilmarkierung bleibt dauerhaft

(Chor hĂ€ngt das Blatt ohne Gesichter neben die Morgen‑Tafel.)

Mini‑Übung fĂŒrs Publikum (3 Minuten)

  • In 3er‑Gruppen: WĂ€hlt eine Mess‑Karte, macht eine Mini‑Mission (z. B. „Sitzkreis 1 m weiter weg“),
  • Vergleicht in Worten: „gleich / leiser / lauter“.
  • HĂ€ngt 3 Wörter an die Leine.

Barrierefreiheit konstant

  • Form‑Marker statt Farben; Schrift ≄ 5 cm.
  • Rolli‑Weg zuerst markieren; Sensorik‑Zelt bleibt offen.
  • Max. LautstĂ€rke < 70 dB – Chor signalisiert 🔉 bei Überschreitung.

Coda

(Abschlusskreis. Eine Bohne pro Person zurĂŒck ins Glas – fĂŒr heute verstandene Fragen.)

Eule (leise): Echo wird Weg.
KrĂŒmel: Wege werden Beweise, wenn wir sie wiederholen.


Ausblick

  • Kapitel 6: BrĂŒcken & Übersetzen – Wenn Sprachen tanzen (Piktos ↔ Wörter ↔ Gesten; einfache Dolmetsch‑Rolle fĂŒr Kinder).